Ideenfindung (de)

Mathias Eichorn

Während die französischen Moralistiker Sprachfiguren konstruieren, die das Gewicht der Welt vermindern sollen, geht Nietzsche ins Gegenteil, er übersteigert die Last der Welt, die Unerträglichkeit des Daseins, um eine Stufe zu erreichen, die jenseits von Leiden und Mitleiden liegt.

„Verbrennen musst Du dich wollen in Deiner eigenen Flamme: Wie willst Du neu werden, wenn Du nicht erst Asche geworden bist?“ (Nietzsche)

Das Werk der Menschen, die als Meister (der Architektur) gelten, dient in der ersten Stufe als offenbarte Geheimnisse, die zur Suche nach Inspiration dienen. Es geht aber nicht darum, diese zu übernehmen, sondern darum, sie zu analysieren, zu demontieren, um über die offen gelegten äußeren Werte die inneren, versteckte Werte erkennen zu können. Man gelangt über das Nachdenken und Bewerten der inneren Werte der Werke zum Entwickeln eigener Erkenntnisse und Überzeugungen, die im eigenen Werk zum Ausdruck kommt.

„Man muss das Vorhandene vergessen, um Neues zu erschaffen. Man muss die Erinnerungen auslöschen, um die Gegenwart wahrnehmen zu können. Sonst ist man zu sehr gelenkt von subjektiven, empirischen Erfahrungen.“ (Henning Ritter)

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